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Winterzeit nach TCM

  • 21. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

Warum jetzt weniger wirklich mehr ist

Ich hoffe, du bist gut ins neue Jahr gestartet. Und vielleicht merkst du gerade: Alles dauert etwas länger. Der Körper braucht mehr Pausen. Der Kopf weniger Input.


Das ist kein Zufall. Und schon gar kein persönliches Versagen.

Aus Sicht der TCM ist diese Zeit genau dafür da. Leiser zu werden. Langsamer.Nicht aus Schwäche – sondern aus Weisheit.


Januar = Wasser-Element
Die Zeit der Nieren

Im Zyklus der TCM gehört der Januar klar zum Wasser-Element. Das dazugehörende Organ sind unsere Nieren. Man könnte sagen: unsere innere Batterie.

Was wir jetzt tun, sollte diese Batterie schützen. Nicht weiter entladen.

Die Energie des Winters liegt nicht im Tun. Sondern im Bewahren.

Die Nieren speichern unsere Lebensessenz, das Jing. Davon zehren wir den Rest des Jahres.


Das Missverständnis unserer Zeit

Unsere westliche Logik tickt anders. Neues Jahr, neue Vorsätze. Frühes Aufstehen. Hohe Taktung. Wenig Tageslicht.

Viele Frauen spüren schon im Januar eine feine Müdigkeit. Eine innere Erschöpfung. Und halten sie für ein persönliches Problem. Dabei ist es oft ein körperliches Warnsignal.


Wer im Winter dauerhaft über seine Kräfte lebt, greift auf Reserven zurück, die eigentlich geschützt werden sollten. Die Folgen zeigen sich später. Im Frühjahr. Im Sommer.

Wenn der Körper eigentlich loslegen möchte – aber nicht mehr kann.


Selbstfürsorge im Januar

Selbstfürsorge heißt jetzt nicht Rückzug aus dem Leben. Sondern weniger Druck.

Früher schlafen. Weniger Termine am Abend. Realistischere Erwartungen an dich selbst.

Gerade für Frauen ist das keine Selbstverständlichkeit. Aber eine echte Investition in langfristige Gesundheit.


Ernährung im Januar
Nährend statt antreibend

Auch das Essen darf jetzt unterstützen. Nicht pushen.

Viele greifen in dieser Zeit unbewusst zu Kaffee, Süßem oder schnellen Snacks. Kurzfristig hilft das. Langfristig schwächt es genau das System, das jetzt Schutz braucht.

Aus Sicht der TCM braucht der Körper im Wasser-Element:

Wärme. Tiefe. Regelmäßigkeit.


Keine Rohkost. Keine kalten Frühstücke. Keine extremen Ernährungskonzepte.

Stattdessen: Lange gekochte Speisen. Eintöpfe. Suppen. Congee. Sanft gekochte Getreidegerichte.

Sie nähren nicht nur den Körper. Sondern geben auch ein Gefühl von Sicherheit und Erdung. Seit dem ich warm und gekocht esse habe ich viel weniger kalte Füße und Hände


Ein Wort zur Regelmäßigkeit

Unregelmäßiges Essen schwächt die Mitte. Und damit indirekt auch die Nieren.

Ein warmes Frühstück kann hier schon viel verändern: Weniger Heißhunger. Stabilere Energie. Mehr Klarheit am Vormittag.

Ernährung im Januar ist kein Optimierungsprojekt. Sie ist Fürsorge. Leise. Zuverlässig. Nährend.

Jeden Morgen trinke ich eine große Tasse warmen Kakao. Er ist nährend und erdend zugleich. Wenn ich zum Sport gehe und vorher nicht viel essen kann, rühre ich mir einfach mein Proteinpulver in den warmen Kakao ein – unkompliziert, sättigend und richtig köstlich.


Geschmack & Farbe im Wasser-Element (TCM)

In der TCM ist jedem Element ein Geschmack und eine Farbe zugeordnet. Im Wasser-Element ist es der salzige Geschmack und die Farbe Schwarz.

Salzig wirkt nach TCM nach unten und nach innen. Er sammelt, hält, bewahrt. Genau das, was der Winter von uns möchte.

Nicht salzig im Sinne von stark gewürzt oder industriell. Sondern natürlich salzig, mineralisch, tief.

Die Farbe Schwarz steht für Tiefe, Substanz und Reserven. Für alles, was langsam aufbaut und langfristig stärkt – besonders die Nierenenergie.


Typische Lebensmittel für das Wasser-Element
Dunkle & schwarze Lebensmittel

Sie nähren die Nieren-Essenz und wirken stabilisierend:

  • schwarze Bohnen

  • schwarzer Sesam

  • schwarze Oliven

  • Algen (Kombu, Wakame, Nori)

  • Miso (dunkel, lange fermentiert)

  • fetter Seefisch (z. B. Lachs, Makrele, Hering, Sardinen)

  • Parmesan (sehr gut: gereift, salzig, wärmend)

  • alter Bergkäse

  • Pecorino

  • gereifter Ziegenkäse

  • Schafskäse (mild, nicht zu kalt)


Fermentiertes – saisonal sehr passend

Der Winter ist keine Zeit für Frische um jeden Preis. Sondern für Haltbarmachung, Reifung und Fermentation.

Fermentierte Lebensmittel sind aus TCM-Sicht besonders wertvoll, weil sie:

  • die Verdauung sanft unterstützen

  • Wärme im Inneren fördern

  • Qi und Blut nähren

  • den Darm stärken – ohne zu kühlen


Gute fermentierte Begleiter im Winter:
  • Sauerkraut

  • Kimchi (mild)

  • fermentiertes Gemüse

  • Kombucha (kleine Mengen, nicht eiskalt)

  • Tempeh


Vielleicht spürst du beim Lesen: Dein Körper sehnt sich nach mehr Tiefe, Ruhe und innerer Stabilität.

In meinem Yin Yoga - Deep Winter Online-Kurs am 29. Januar geht es um Longevity im ursprünglichen Sinn – lange vital, kraftvoll und lebendig zu leben, nicht nur zu funktionieren.



 
 
 

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